Führung BWM Zusammenfassung
Zur Erinnerung: Donnerstag SMÜ über die beiden Kapitel Management und Führung aus BO IV/
möglicherweise auch relevant für den Test:
Führungstheorien im Überblick
Entwicklung der Führungstheorien
- 19. Jhdt: personenzentrierte Theorien
- ab 1930 nChr: Verhaltenstheorien
- ab 1960 nChr: Situationstheorien
- ab 1980 nChr: Systemtheorien
Personenzentrierte Theorien
Führen sollen "geborene Leader" sein; Kopiert von militärischen Organisationen
zwei vorherschende Theorien:
- Great-Man-Theorie: Führungspersönlichkeiten werden geboren, nicht gemacht
- Eigenschaftstheorie: Bestimmte Persönlichkeitsmerkmale machen eine Führungskraft aus (z.B. Intelligenz, Selbstvertrauen, Entschlossenheit)
Kritik: Oft wiedersprechen sich Eigenschaften, weil unterschiedliche Situationen unterschiedliche Eigenschaften erfordern.
Verhaltenstheorien
Fokus auf das Verhalten von Führungskräften, nicht auf deren Eigenschaften.
Kritik: Vernachlässigt die Bedeutung der Situation, in der Führung stattfindet.
Kontinuum-Theorie
unterscheidet zwischen sieben Führungsstilen:
- autoritär: Führungskraft entscheidet
- patriarchalisch: Führungskraft entscheidet, aber berücksichtigt Bedürfnisse der Mitarbeiter
- konsultativ: Führungskraft holt Meinungen ein, entscheidet aber selbst
- partizipativ: Mitarbeiter werden in Entscheidungen einbezogen
- delegativ: Mitarbeiter entscheiden selbst
- demokratisch: Entscheidungen werden gemeinsam getroffen
- Laissez-faire: Führungskraft greift kaum ein, Mitarbeiter haben große Freiheit
Verhaltensgittermodell
S. 195

Es gibt zwei Dimensionen:
- Leistungsorientierung (x-Achse)
- Beziehungsorientierung (y-Achse)
dabei könne fünf typische Verhaltensweisen beschrieben werden:
- 1.1 Überlebensmanagement: geringe Leistungs- und Beziehungsorientierung
- 1.9 Glacehandschuhmanagement: geringe Leistungsorientierung, hohe Beziehungsorientierung
- 5.5 Humanes Organisationsmanagement: Führungskraft versucht, ein Gleichgewicht zwischen Leistungs- und Beziehungsorientierung zu finden
- 9.1 Befehlsmanagement: hohe Leistungsorientierung, geringe Beziehungsorientierung
- 9.9 Teammanagement: hohe Leistungs- und Beziehungsorientierung, Führungskraft schafft ein produktives und motivierendes Arbeitsumfeld
Situationstheorien
Die Situationstheorie versucht, die Kritik der vorherigen Theorieren zu adressieren, indem sie betont, dass der Erfolg eines Führungsstils von der jeweiligen Situation abhängt.
Situationstheorie - Reifegrad-Ansatz
Das optimale Führungsverhalten hängt vom Reifegrad der Mitarbeiter ab:
- Reifegrad 1: geringe Kompetenz und geringe Motivation → autoritärer Führungsstil
- Reifegrad 2: geringe Kompetenz, aber hohe Motivation → unterstützender Führungsstil
- Reifegrad 3: hohe Kompetenz, aber geringe Motivation → partizipativer Führungsstil
- Reifegrad 4: hohe Kompetenz und hohe Motivation → delegierender Führungsstil

Kritik: Die Situationstheorie vernachlässigt, dass es unendlich viele Situationen gibt, die nicht alle durch einfache Kategorien abgedeckt werden können. Außerdem hängt alles von der Einschätzung der Führungskraft ab, die auch falsch sein kann.
Systematische Theorien
S. 197
Die Systemische Führungstheorie nach Fredmund Malik kurz gesagt die Auffassung, dass ein Unternehmen ein komplexes, lebendiges System ist.

das wichtigste Führunsinstrument ist das Führungsrad
Kritik: Die Systemtheorie sagt, dass jeder eine gute Führungskraft sein kann, wenn er das System richtig versteht. Das System zu interpretieren ist jedoch sehr komplex und nicht immer eindeutig.
Das System ist eingebettet in:
- die Umwelt
- die grundlegende Unternehmenspolitik
- die Regeln, an die sich das Unternehmen halten möchte
Führungskräfte müssen sich:
- and der Kultur des Unternehmens orientieren
- müssen mithelfen, die strategie des Unternehmens umzusetzen
- sind in die Struktur des Unternehmens eingebettet
Führungsinstrumente
Direkte Beeinflussung
- Aufgabezuteilung an einen Mitarbeiter
- Übergabe von Verantwortung und Entscheidungsspielraum
- Kontrolle und Feedback
- laufende Informationen/Überzeugung durch Argumente
- Aufbau von Vertrauen und Zielvereinbarung
- Lob
- Vorbild sein
- Mitarbeitergespräche & Förderung
- Transparentmachen der Leistung (z.B. Mitarbeiter der Woche)
Indirekte Beeinflussung
- Setzen von Normen und Werten
- Erstellen von Regeln
- Gestaltung einer ansprechenden Arbeitsumgebung/Klima
- Ausschreibung von Mitarbeiterwettbewerben
- Belohnung/Anreizsystem
- geziehlte Personalauswahl
- Teamzusammensetzung
Management by Objectives (MbO)
Führen mit Zielvereinbarungen
MbO verbindet mehrere allgemeine Führungsinstrumente.
Jeder einzelne Mitarbeiter schließt mit der Führungskraft eine individuelle Zielvereinbarung ab.
Vor/Nachteile MbO
Vorteile für Mitarbeiter:
- Ziele werden vereinbart -> MA hat Möglichkeit, mitzureden
- Belohnung bei Zielerreichung kann vereinbart werden
- MA kann selbstständig an Zielen arbeiten
Nachteile für Mitarbeiter:
- mögliche Probleme bei nichterreichung der Ziele
- externe Faktoren können Zielerreichung beeinflussen
Vorteile für Führungskraft:
- motivierung der Mitarbeiter durch Zielvereinbarung
- bessere kontrolle der Zielerreichung
Nachteile für Führungskraft:
- hoher Aufwand für Zielvereinbarungen und Kontrollen
- Belohnung kostet Geld
Führungsrad der systemischen Führungstheorie
nach Fredmund Malik

fünf Aufgaben wirksamer Führung
- Für Ziele sorgen
- Organisieren
- Entscheiden
- Kontrollieren, messen beurteilen
- Menschen fördern und entwickeln
sieben wichtigsten Werkzeuge wirksamer Führung
- Sitzungen
- Berichte, schriftliche Kommunikation
- Stellengestaltung
- Persöhnliche Arbeitsmethodik
- Budget und Budgetierung
- Leistungsbeurteilung
- Systematische Müllabfuhr