Kooperationen von Unternehmen
(letzte BWM smü 5. HTL), Buch S. 241
Gründe für eine enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen
- Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
- gemeinsames Bearbeiten der Kunden zur Umsatzsteigerung
- Kosten senken z.B. duch gemeinsamen Einkauf oder durch Nutzung derselben Filialen
- Risiko teilen
- Austausch von Know-How
- bessere Auslastung von Produktionsanlagen
Arten der Kooperationen
Nach Branchen und Wirtschaftsstufen:
- horizontal: Unternehmen derselben Branche u. Wirtschaftsstufe (z.B. zwei türkische Großhändler)
- vertikal: Unternehmen derselben Branche, aber unterschiedlicher Wirtschaftsstufe (z.B. ein türkischer Großhändler und ein türkischer Einzelhändler)
- diagonal: Unternehmen unterschiedlicher Branchen (z.B. ein türkischer Großhändler und ein österreichischer Einzelhändler)
Nach der geplanten Dauer der Kooperation:
- strategisch/langfristig: z.B. In Fluggesellschaften arbeiten zusammen um Kosten zu sparen
- operativ/kurzfristig: z.B. bei einem gemeinsamen Bauprojekt
Nach Bereich der Kooperation:
- Einkauf
- Forschung & Entwicklung
- Produktion
- Marketing & Verkauf
Nach den rechtlichen Rahmenbedingungen:
- Kooperationsvertrag: Einfachste Form bei der alle Eckpunkte der Zusammenarbeit vereinbart werden;
- ARGE: Für bestimmte Projekte werden Arbeitsgemeinschaften gegründet, z.B. bei Bauprojekten schließen sich Unternehmen zusammen
- Cluster: Mehrere Organisationen einer Region arbeiten eng zusammen und unterstützen einander; z.B: der "Silicon Valley" in den USA
- Joint Venture: Zwei oder mehr Unternehmen gründen ein neues Unternehmen, um gemeinsam ein Projekt zu bearbeiten; z.B. die Zusammenarbeit von BMW und Toyota bei der Entwicklung von Wasserstoffautos
Zusammenschlüsse von Unternehmen
Formen von Unternehmenszusammenschlüssen:
- Fusion: Zwei oder mehr Unternehmen verschmelzen zu einem neuen Unternehmen, das gekaufte Unternehmen hören auf zu existieren;
- Konzern: Ein Unternehmen (Muttergesellschaft) besitzt die Mehrheit der Anteile an einem oder mehreren anderen Unternehmen (Tochtergesellschaften), die rechtlich selbstständig bleiben;
Zusammenschlüsse können ebenfalls horizontal, vertikal oder diagonal sein, je nachdem, ob die beteiligten Unternehmen derselben Branche und Wirtschaftsstufe angehören oder nicht:
- horizontaler Zusammenschluss:
- Motive: Zunahme von Kunden u Umsatz, Beseitigung von Konkurrenz, Erhöhung der Marktmacht, Kosteneinsparungen ..
- Beispiel: Fusion von zwei großen Banken
- vertikaler Zusammenschluss:
- Motive: Sicherung wichtiger Rohstoffe (Versorgung) sowie Vertriebswege,
- Beispiel: Ein Automobilhersteller kauft einen Zulieferer von Autoteilen
- diagonaler Zusammenschluss:
- Motive: Risikostreuung
- Beispiel: Ein Lebensmittelkonzern kauft eine Tankstellenkette
Chancen von Kooperationen
- Interne Optimierung: Kosten senken, Risiko verkleinern
- Externe Optimierung: Absatzmarkt vergrößern, Konkurenz reduzieren
Risiken von Kooperationen
- Organisatorischer Aufwand
- Kaufpreis
- unterschiedliche Unternehmenskulturen
- Imageproblem u Kundenverlust
Hindernisse für Kooperationen
Das Wettbewerbsrecht soll den Wettbewerb schützen. Das macht es mit Verboten wie:
- Preisabsprachen: Unternehmen dürfen sich nicht über Preise absprechen, um den Wettbewerb zu verzerren.
- Abstimmung über Öffnungszeiten
- Absprache über die Teilnahme an Ausschreibungen
- Verteilung von Märkten
- Kartellbildung: Kooperation oder Zusammenschluss von Unternehmen, die gemeinsam über eine marktbeherrschende Stellung verfügen
Unternehmensbewertung
Um ein Unternehmen zu kaufen oder zu verkaufen, muss der Wert des Unternehmens bestimmt werden. Es gibt verschiedene Methoden zur Unternehmensbewertung, z.B.:
- Marktwertmethode: Aktienkurz, Vergleichswerte (Multiples)
- Ertragswertmethode: Plan-GuVs, Prognoserechnungen
- Einzelwertmethode: Substanzwert (Wert der Aktien abzüglich Schulden), Liquidationswert (Wert der Vermögensgegenstände abzüglich Schulden)
kombinierte Methode: Kombination der oben genannten Methoden, um eine genauere Bewertung zu erhalten
Berechnungen
Angewendet ist der Unternehmenswert der Umsatz * Umsatzmultiple